Wie du mit zwei einfachen excel-formeln am monatsende sofort siehst, wo dein geld verschwindet

Wie du mit zwei einfachen excel-formeln am monatsende sofort siehst, wo dein geld verschwindet

Am Monatsende sitze ich oft mit einer Tasse Tee vor meiner Excel-Datei und frage mich: „Wohin ist dieses Mal wieder mein Geld verschwunden?“ Die gute Nachricht: Du brauchst nicht Dutzende komplizierter Formeln oder teure Apps. Mit zwei einfachen Excel-Formeln siehst du sofort, welche Kategorien den größten Anteil deiner Ausgaben fressen — und das in wenigen Minuten.

Was du vorbereiten musst

Lege ein kleines Haushalts-Tabellenblatt an. Minimal reichen mir drei Spalten:

  • Datum (z. B. 2026-04-12)
  • Betrag (negativ für Ausgaben, positiv für Einnahmen oder einfach als positive Ausgabewerte)
  • Kategorie (z. B. Miete, Lebensmittel, Transport, Freizeit, Abos)

So sieht das bei mir aus — ich notiere wirklich alles, auch den Kaffee to go. Hier ein kurzes Beispiel:

DatumBetrag (€)Kategorie
2026-04-011200Miete
2026-04-0245.50Essen
2026-04-059.00Kaffee
2026-04-1029.90Streaming
2026-04-2060.00Transport

Wenn du möchtest, kannst du die Kategorie-Spalte als Dropdown mit Datenüberprüfung anlegen. Das beschleunigt die Eingabe und vermeidet Tippfehler.

Die zwei Formeln, die alles verändern

Die beiden Formeln, die ich täglich benutze, sind:

  • SUMME (oder SUM in der englischen Excel-Version)
  • SUMMEWENN / SUMMEWENNS (SUMIF / SUMIFS)

Mit SUMME siehst du schnell den Gesamtbetrag deiner Ausgaben. Mit SUMMEWENN bzw. SUMMEWENNS brichst du diese Summe auf Kategorien oder Zeiträume herunter. Mehr brauchst du nicht, um zu erkennen, wo dein Geld verschwindet.

Praktische Beispiele

Angenommen, deine Tabelle befindet sich in den Spalten A (Datum), B (Betrag) und C (Kategorie). So benutze ich die Formeln:

1) Gesamt-Ausgaben im Monat (einfach):

Formel: =SUMME(B:B)

Diese Formel summiert alle Beträge in Spalte B. Wenn du Einnahmen und Ausgaben mischst, kannst du Ausgaben als negative Werte erfassen oder die Formel auf einen Bereich eingrenzen (z. B. B2:B100).

2) Ausgaben pro Kategorie:

Formel: =SUMMEWENN(C:C;"Essen";B:B)

Diese Formel summiert alle Beträge in Spalte B, bei denen in Spalte C „Essen“ steht. Du kannst die Kategorie stattdessen in eine Zelle schreiben (z. B. E2) und die Formel dynamisch machen: =SUMMEWENN(C:C;E2;B:B).

Das reicht oft schon: Eine kleine Tabelle mit Kategorien in der linken Spalte und der SUMMEWENN-Formel daneben zeigt dir sofort, welche Kategorie am teuersten war.

Wenn du nach Monat filtern willst

Meistens möchte ich aber nicht alle Monate zusammen aufsummieren, sondern nur den aktuellen Monat sehen. Hier kommt SUMMEWENNS ins Spiel — technisch ist das dieselbe Idee, nur mit mehreren Bedingungen (Datum + Kategorie).

Beispiel: Alle Ausgaben im April 2026:

Formel: =SUMMEWENNS(B:B;A:A;">="&DATUM(2026;4;1);A:A;"<"&DATUM(2026;5;1))

Und Ausgaben für „Essen“ im April:

Formel: =SUMMEWENNS(B:B;C:C;"Essen";A:A;">="&DATUM(2026;4;1);A:A;"<"&DATUM(2026;5;1))

Ersetze die Datumswerte am besten durch Zellen, damit du die Ansicht per Dropdown oder Datumsauswahl wechseln kannst. Dann brauchst du nie wieder Formeln anzupassen — nur Monat wählen.

Wie ich die Ergebnisse visualisiere

Ich erstelle in meiner Datei eine kleine Übersichtstabelle:

KategorieAusgaben (€)Prozent am Gesamt
Miete=SUMMEWENNS(B:B;C:C;"Miete";A:A;">="&DATUM(Jahr;Monat;1);A:A;"<"&DATUM(Jahr;Monat+1;1))=B2/SUMME(Bereich)*100
Essen=SUMMEWENNS(B:B;C:C;"Essen";A:A;">="&DATUM(Jahr;Monat;1);A:A;"<"&DATUM(Jahr;Monat+1;1))=B3/SUMME(Bereich)*100
Transport=... ...

Mit den Prozenten siehst du besonders deutlich, welche Kategorie „verhältnismässig“ groß ist. Für die Optik erstelle ich gern ein Kreisdiagramm (Tortendiagramm) aus dieser Übersicht — eine visuelle Erinnerung, die oft mehr sagt als Zahlen.

Praktische Tipps, damit die Methode funktioniert

  • Einheitliche Kategorien: Verwende ein Dropdown für Kategorien, damit „Essen“ nicht einmal als „Essen“, einmal als „Lebensmittel“ und einmal als „Restaurants“ auftaucht.
  • Regelmässig eintragen: 5 Minuten pro Tag reichen. Ich trage alles am Abend ein — so bleibt nichts verloren.
  • Negativ oder positiv? Entscheide dich: Ich notiere Ausgaben als positive Zahlen und betrachte sie als „Kosten“. Alternativ kannst du Ausgaben negativ speichern und die Formeln entsprechend anpassen.
  • Automatischer Monat: Lege Zellen für Jahr und Monat an und verweise in der SUMMEWENNS-Formel darauf. Dann reicht ein Dropdown, um den Monat zu wechseln.
  • Mobile Erfassung: Wenn du unterwegs bist, nutze die Excel- oder Google-Sheets-App. Eine kurze Notiz unterwegs spart spätere Nacharbeit.

Ein persönliches Beispiel

Letzten Monat war ich überrascht: Die Zahlen zeigten mir, dass nicht die grossen Posten wie Miete oder Abos das Problem waren, sondern die Kategorie „Kaffee & Kleinigkeiten“. 9–12 Euro hier, 5 Euro dort summierten sich zu über 120 Euro — ein Betrag, den ich nicht sofort mit grossen Ausgaben assoziiert hatte. Dank der SUMMEWENN-Aufschlüsselung habe ich mir vorgenommen, bewusster zu entscheiden, wann ich mir diesen Coffee-to-go gönne.

Ein anderes Mal hat mir die Monatsübersicht geholfen, ein unbemerktes Abonnement zu entdecken (ein Testabo, das sich verlängert hatte). Die prozentuale Darstellung machte den „unerwarteten“ Posten sofort sichtbar — und ich konnte es kündigen.

Schneller Einstieg in 5 Minuten

  • Erstelle die Tabelle mit Datum, Betrag, Kategorie.
  • Füge die Formeln ein: SUMME und SUMMEWENN/SUMMEWENNS.
  • Baue eine kleine Übersicht mit Kategorien und einer Formel pro Kategorie.
  • Optional: Diagramm für die visuelle Kontrolle.
  • Trage regelmässig ein — und schau zum Monatsende, wo dein Geld hingegangen ist.

Mit dieser simplen Kombination aus zwei Formeln bekommst du binnen Minuten Klarheit. Es wirkt fast magisch: Wenn Zahlen sichtbar werden, lassen sich Gewohnheiten ändern. Probier es aus — und wenn du willst, teile ich gerne meine Excel-Vorlage oder zeige dir, wie du das Ganze mit Google Sheets automatisierst.


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